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Universität

Die Universität Leipzig ist die zweitälteste Universität auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands nach der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg.



 

Gründung

Nach dem in Folge von Streitigkeiten an der Karls-Universität Prag der böhmische König die dortige "böhmische Nation" gegenüber den anderen Universitätsnationen bevorzugte, zogen 1409 etwa 1000 der dortigen deutschen Lehrkräfte und Studenten nach dem Handelszentrum Leipzig wo die Gründung der Universität unter feierlichem Gesang des Thomanerchores am 2. Dezember 1409 stattfand und es wurde sofort von der Stadt ein Gebäude in der Petersstraße übereignet. Es verbesserten sich die materiellen Bedingungen, da der Universität das Paulinenkloster zufiel. Noch 1409 wurde das „Studium generale“ durch Papst Alexander V. bestätigt. 1415 wurde die medizinische, 1446 die Juristenfakultät gegründet. 1543 erfolgte die Gründung der Universitätsbibliothek mit einem Anfangsbestand von 4000 Bänden.
 

 
Entwicklung der Universität bis Ende des 19. Jahrhundert
 
In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Einrichtung stetig weiter und war zeitweise die größte Universität Deutschlands. Neue Fakultäten und Lehrstühle wurden eingerichtet. Persönlichkeiten, wie Lessing, Klopstock, Goethe, Kästner, Leibnitz, Lessing, Thomsa Münzer, Robert Schumann, Richard Wagner und Georg Philipp Telemann zog es nach Leipzig. Die wachsende Studentenzahl bedingte größere Räumlichkeiten, und so wurde 1836 am Augustusplatz das von Albert Geutebrück entworfene neue Hauptgebäude, das Augusteum, eingeweiht.


         

Augusteum und Paulinerkirche um 1890             Hörsaal des Augusteums um 1900


Die Universität bis Ende des II. Weltkriegs 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigte sich die rechts-konservative Einstellung vieler Studenten und Professoren. Bereits 1931 gewann der Nationalsozialistische Studentenbund (NSDStB) die Wahlen zum Allgemeinen Studentenausschuss. 1933 unterschrieben über 100 Professoren einen Aufruf zur Wahl Adolf Hitlers. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gehörte die Einrichtung zu den vier „großdeutschen“ Universitäten, die weiterhin unterrichten durften. 1943 wurde das Augusteum völlig zerstört.

        

1909 feierlicher Umzug anlässlich des 500jährigen Bestehens der Universität


Bestehen als Karl-Marx-Universität während der DDR-Ära

Zu Kriegsende waren 60 % aller Gebäude und 70 % aller Bücher vernichtet. Am 5. Februar 1946 fand die Wiedereröffnung der Universität statt. Auch die Universität Leipzig war von der Gleichschaltung der gesellschaftlichen Institutionen in der DDR betroffen. 1948 wurden der frei gewählte Studentenrat aufgelöst und die Mitglieder durch FDJ-Mitglieder ersetzt. Der Vorsitzende des Studentenrates und weitere Mitglieder wurden verhaftet und eingekerkert. 1953 wurde die Universität von den neuen Machthabern in Karl-Marx-Universität Leipzig umbenannt. 1968 wurden das teilbeschädigte Augusteum einschließlich Johanneum und Albertinum sowie die unversehrte Paulinerkirche gesprengt, um Platz für eine Neubebauung zu machen. Diese entstand von 1973 bis 1978. Dominantes Gebäude der Universität wurde das Uni-Hochhaus in Form eines aufgeschlagenen Buches.



         

 

 

                                                                                          *Foto:Bundesarchiv

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Sprengung der Paulinenkirche 1968 und neuer Universitätskomplex 1978

Die weitere Umgestaltung und Bebauung des Universitätscampus folgte in den Jahren 1973 bis 1978. Das Hauptgebäude der Universität wurde ein sozialistischer Bau, über dessen Eingang das Bronzerelief Aufbruch mit Karl Marx' Kopf angebracht wurde. Bis zum 600-jährigen Jubiläum der Universität 2009 sollte der innerstädtische Campus neu gestaltet werden. Am 24. März 2004 entschied sich eine Jury für den Entwurf des niederländischen Architekten Erick van Egeraat, der von fast allen Seiten wohlwollend aufgenommen wurde. Er erinnert in der äußeren Form, aber stark verfremdet, an die ursprüngliche Kubatur des Gebäudekomplexes um die Paulinerkirche. Die Umbauarbeiten, die insgesamt 140 Millionen Euro kosten sollten, begannen im Sommer 2005 mit dem Bau der neuen Zentralmensa. 600 Jahre nach ihrer Gründung beging die Universität Leipzig 2009 ein Jubiläumsjahr. Ein Konzert im Gewandhaus läutete am 9. Mai 2009 die Jubiläumsfeierlichkeiten ein.


Quelle und weitere Informationen


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